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Neulich mit „The Good Food – Wir kochen mit geretteten Lebensmitteln“

Irgendwo zwischen „Kitchen Impossible“ und Anne Will kommt diese kleine, aber feine Kochshow auf Youtube daher. Drei Episoden sind schon online, eine vierte ist in der Pipeline.

The Good Food ist ein kommunales Nahversorgungskollektiv fĂŒr „gerettete Lebensmittel“, welches sich einem konsequenten Gegenentwurf zum regulĂ€ren Lebensmitteleinzelhandel verschrieben hat. Austragungsort fĂŒr die Mission gegen die WegwerfmentalitĂ€t von Nahrungsmitteln aller Art ist ein Ladenlokal in der Venloer Straße in Köln.

The Good Food – Das FachgeschĂ€ft fĂŒr gerettete Lebensmittel in Köln

Dort werden jene Lebensmittel verĂ€ußert, die in SupermĂ€rkten mehrheitlich immer noch chancenlos sind. Jene Kartoffeln, oder Obst und GemĂŒse, die nicht der Handelsnorm entsprechen, jene GetrĂ€nke oder Fertigprodukte, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Über einen Mangel an medialer Aufmerksamkeit konnten sich die Mitwirkenden von Good Food seit jeher nicht beklagen. Die Liste der Berichte und BeitrĂ€ge in allen Mediengattungen ist umfangreich. Dass nun mehr sogar Sendungsbewusstsein hinzugekommen ist, erklĂ€rt Nicole Klaski, die GrĂŒnderin der Initiative wie folgt: „Irgendwann stand Jörn Groneck bei uns im Laden und fragte mich, ob wir eine Kochshow machen wollen. Ich war sehr perplex, aber das Resultat ist toll geworden.“

AnlĂ€sslich der Dreharbeiten zur zweiten Folge von“ The Good Food – Wir kochen mit geretteten Lebensmitteln“ – V.l.n.r.: Peter SchĂŒttermeyer, El Capitano aka Julian Conrads, Nicole Klaski, JĂŒrgen Wiebicke, Phillip Turowski – © – Foto Copyright Tobias Kreusler

Groneck, nach eigenen Angaben Filmemacher, zeichnet sich laut Abspann der bisher drei veröffentlichen Episoden „The Good Food – Wir kochen mit geretteten Lebensmittel“ verantwortlich fĂŒr Konzept und Schnitt. WĂ€hrend unklar ist, ob es am Konzept oder an Good Food lag, ist offensichtlich, dass aus Gronecks Frage ein eigenstĂ€ndiges und zugleich vollwertiges Sendeformat geworden ist.

Ein ganzer Reigen von Medienschaffenden setzt unter Leitung des Produzenten und Moderatoren Peter SchĂŒttemeyer eine Food-Show mit Talkshow-Elementen, Sidekicks und Hintergrundmusik in die Welt, die es in sich hat. Unverkrampft und lĂ€ssig widmet sich die Sendung vollumfĂ€nglich des durchaus ernsten Themas der Rettung von Lebensmitteln. Es grenzt schon an ein Wunder, wie in dieser Show selbst ĂŒber thematisch harte Kost, wie der Marktmacht der SupermĂ€rkte, ĂŒber die Sorgen und Nöte der Landwirte, Stickoxide oder Bio-Zertifizierung unterhaltsam informiert wird.

NatĂŒrlich geht es ums Kochen, aber durch das Wie und Womit unterscheidet sich dieses Format grundlegend von nahezu allen anderen Sendungen dieses Genres. Da wird der Soziologe Philipp Turowski zum Fernsehkoch und kreiert beispielsweise ein „Amalgam aus gefĂŒllten WeinblĂ€ttern, Kohlroulade und FrĂŒhlingsrolle“, wĂ€hrend Nicole Klaski zur TV-Expertin wird. Im Hintergrund klimpert El Capitano alias Julian Conrads zwischendurch ungefragt irgendwelche Melodien und erschließt nicht zuletzt aufgrund seiner Randbemerkungen nebenbei ganz mĂŒhelos die LĂŒcke zwischen Helge Schneider und Mambo Kurt. SchĂŒttemeyer hingegen sorgt als Moderator fĂŒr den Zusammenhalt, gibt souverĂ€n den unaufdringlichen Gastgeber, bereitet die BĂŒhne fĂŒr die GĂ€ste und reicht denselben die begleitenden GetrĂ€nke.

In den bisherigen Episoden waren bislang Ute Symanski, JĂŒrgen Wiebicke und Fatih Çevikkollu zu Gast. Eine weitere Ausgabe sei bereits im Kasten, bestĂ€tigt Klaski auf Nachfrage, wollte aber  den Namen des kommenden Gastes noch nicht verraten. AuffĂ€llig ist, dass „The Good Food – Wir kochen mit geretteten Lebensmitteln“ Ă€ußerst aufwendig produziert wird.

Qualitativ kann die Sendung ohne weiteres im TV ausgestrahlt werden, noch aber habe sich kein Sender gemeldet, weiß Klaski zu berichten. TatsĂ€chlich wirken bis zu 18 FachkrĂ€fte beim Zustandekommen dieser Kochshow mit. Augenscheinlich beherrschen diese alle Facetten, von der Aufnahmeleitung, Kamera, Licht und Sound bis hinzu Set-Fotografie, wie sie auch fĂŒr großes KĂŒchenkino handelsĂŒblich sind.

Abschließend sei angemerkt, dass ‚The Good Food – Wir kochen mit geretteten Lebensmitteln“ zu schade fĂŒr Youtube ist, denn die zahlen zu wenig. Zu gut fĂŒr Privatsender sowie zu gewagt fĂŒr öffentlich-rechtlich Sendeanstalten, gleichwohl aber eine wunderbare Abwechslung zum bestehenden Programmangebot einschlĂ€giger Sendungen auf Netflix wĂ€re.

Nichts desto trotz empfiehlt es sich, bis auf weiteres die bisherigen Sendungen auf Youtube anzuschauen, wo auch die vierte Ausgabe ab Anfang Januar zu sehen wird.

Aktuelle Information zu The Good Food gibt es jederzeit unter folgenden Adressen:

Facebook: www.facebook.com/TheGoodFoodMarkt/
Instagram: www.instagram.com/thegoodfoodmarkt
Twitter: THEGOODFOOD1

Titelfoto: Das Team am Set von „The Good Food – Wir kochen mit geretteten Lebensmitteln  – © – Foto Copyright Tobias Kreusler

Text: Manfred Tari

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