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„Chicken Connoisseur“ bekommt eigene TV-Show

Kulinarisch ist Elijah Quashie ein Junk Food Junkie. Quasi der fleischgewordene Alptraum von Michelle Obama und allen Ökotrophologen, die sich für eine gesunde Ernährung einsetzen. Der mediale Gegenentwurf zu Jamie Oliver und Alfons Schuhbeck. Besser bekannt als „Chicken Connoisseur“ ist er ein Youtube-Held, ein Influencer, der den meisten Programmverantwortlichen, egal ob bei Privatsendern oder öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die Show stiehlt.

Journalistisch setzt Quashie auf Junk Food. Kommt schon mal auf Lady-Sneakern daher, philosophiert und kommentiert in seinen Video-Reportagen namens „The Pengest Munch“ bevorzugt über allerlei fettgesottenes und frittiertes Hühnchen in Londoner Schnellrestaurants. Kennt weder Scham noch Furcht gegenüber preiswerten Schnellimbissen, noch hat er Berührungsängste gegenüber Formfleisch, bezeichnet dieses aber treffenderweise als „Fake-Chicken“.

Ausgestattet mit diesem seltsamen berühmt-berüchtigten britischen Humor, gleichwohl frei von distinguiertem Oxford English, dafür aber mit Straßensprache sucht er jene Imbissbuden heim, die jede Ortsgruppe der Grünen in Schockstarre versetzen würde. Auch sonstige Wählerschichten der bürgerlichen Mitte, jene Fraktionen, die mit der Migration hadern, dürften Lokale, in denen Quashie seine Reportagen dreht, mehrheitlich noch nie zuvor von innen gesehen haben.

Fachlich indes weiß der Chicken Connoisseur, worüber er spricht. Er benotet und beurteilt qualifiziert Buns und Panaden gleichsam kompetent, wie der bekannte Gastro-Kritiker Jürgen Dollase einen Gänseleberschaum in einem Sterne-Restaurant bespricht. Allerdings kennt Quashie keine Angst vor Chlor-gebeizten Chicken-Wings, immerhin absolvierte er bereits einen Abstecher nach New York, ins Mutterland des Fast Foods schlechthin. Auch nach Marrakesch zog es ihn bereits.

Stets elegant gekleidet, mal mit Sakko vom FC Arsenal oder weinroter Bomberjacke kombiniert mit einem Burberry-Schlips, schwärmt Quashie wahlweise über „crunchy“ Pommes Frites oder über Ableitungen von Mayonnaisen auf Burgern, die jeden Lebensmittelchemiker allein schon wegen der Verwendung der außergewöhnlichsten Emulgatoren in Verzückung versetzen dürften.

Anders als in Doku-Dramen wie den „Kochprofis“ oder „Mein Lokal, dein Lokal“ werden die Protagonisten in den Fast Food Dokus von Quashie allerdings nicht verheizt und vorgeführt. Wenn überhaupt, gibt er den smarten Selbstdarsteller, der auf Hühnchen spezialisierte Low Cost-Lokale mal kritisch, mal voll des Lobes mediale Aufmerksamkeit beschert.

Mit seinen Reportagen jedenfalls generiert Quashie Reichweite. Bislang lediglich auf Youtube, ab dem 10.August auf dem britischen Privatsender Channel 4. Dann allerdings unter dem Titel „Peng Life“…

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