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Food Trends 2020 à la Whole Foods

Die von Amazon absorbierte Supermarktkette Whole Foods wagt einen Ausblick auf die anstehenden Food Trends in 2020. Mit über 500 Filialen ist das Unternehmen derzeit in den USA, UK und Kanada präsent. Einst 1980 als eine US-Bioladen-Variante in Austin/Texas gegründet, erwuchs daraus im Laufe der Jahre eine eigenständigen Handelskette, welche dank anspruchsvoller Preis- und Sortimentspolitik erfolgreich ein Upper Class-Publikum bedient.

Während ehedem noch in den Flagship-Filialen vorbildlich kostenfrei Holzbesteck für die Fertiggerichte aus der Take-Away-Theke gereicht wurde, reüssiert seit der Übernahme in 2017 durch den Online-Einzelhandelsschreck Amazon anstelle dessen nun aber Einweggeschirr aus Plastik zum Mitnehmen. So gesehen zumindest in dem Ableger des Unternehmens in der piekfeinen Highstreet Kensington in London im März 2019.

Gruppenbild der Produkte der Food Trends 2020 von Whole Food – Bild Whole Food Produktfoto

Sei es drum. Eine eigens angesetzte fünfzig-köpfige-Food-Trend-Task-Force präsentiert nun anhand verfügbarer Lebensmittel und Feinkost-Produkte ihre Vorhersage über die anstehende Trend-Kost des nächsten Jahres:

Regenerative Landwirtschaft
Wider dem CO2-Ausstoß, für mehr Bio-Diversität und umweltfreundliche Anbau- und Herstellungsmethoden setzt das Trend-Komitee das Thema der „regenerative Landwirtschaft“ zuoberst auf ihre Liste. Die damit verbundenen Produktempfehlungen lesen sich für den ernährungsbewussten Fan ökologischer Landwirtschaft zumindest in Bezug auf die Produkte „MegaFood Kurkuma-Stärke für den ganzen Körper“ sowie „MegaFood B12 Energy Ginger Gummie“ etwas seltsam. Ebenfalls in dieser Kategorie angeführt sind das White Oak Pastures Grassfed Ground Beef, Zack’s Mighty Tortilla Chips, Cowgirl Creamery Mt. Tam und die Soli Artisan Essential Oil Sacred Forest Collection: Palo Santo, Rosewood; Bonterra Sauvignon Blanc.

Power-Mehl durch „Flour Power“
Neue Mehlsorten aus Obst oder Gemüse könnten Weizen- oder Roggenmehl den Rang ablaufen. Kulinarisch nicht uninteressant bahnen sich Bananen- und Blumenkohlmehl an, auch Erdnussmehl oder ausgefallene Samenmischungen scheinen im Kommen zu sein. Empfohlen werden „Late July Tortilla Chips made with tigernut flour (Erdmandelmehl), 365 Everyday Value Cauliflower Flour (Blumenkohl), 365 Everyday Value Organic Coconut Flour (Kokosnussmehl), Gemini Superfoods Tigernut Flour, Superseed Life Donuts: Dark“.

Whole Food – Food Trends 2020 – Mal was anderes: Lebensmittel aus West Afrika – Bild: Whole Food Produktfoto

Lebensmittel aus Westafrika
Nicht minder interessant nehmen die Whole Food-Experten Lebensmittel aus Westafrika mit auf ihren Einkaufzettel und führen dafür gängige Kombinationen von verwendeten Grundzutaten wie Tomaten, Zwiebeln und Chilipfeffer gepaart mit Erdnüssen, Ingwer und Zitronengras an. Spannend wird es, wenn ergänzend Moringa und Tamarinde und weniger bekannte Getreidesorten wie Sorghum, Fonio, Teff oder Hirse Verwendung finden.
In den Verkaufsregalen von Whole Food kommt dieser Trend künftig in Form von Produkten wie „Kuli Kuli Organic Pure Moringa Vegetable Powder, Ginjan Organic Ginger Juice, Essie Spice Condiments, Mango Chili Medley“ und „Yolélé Fonio“ daher.

Wirklich? Immer noch Snacking?
Ready-Made-Snacks für den Kühlschrank daheim oder für den geschniegelten Fast Food-Happen zwischendurch. Klingt nicht so vielversprechend, aber leider realistisch. Darunter „hart gekochte Eier mit herzhaften Belägen, eingelegtes Gemüse, trinkbare Suppen und Mini-Dips und -Dipper aller Art, alles perfekt portioniert und in einer praktischen Einzelportionsverpackung.“
Es stehen an: Peckish Fresh Protein Packs: Eggs & Maple Waffles, Eggs & Fried Rice; Nona Lim drinkable soups: Vietnamese Pho Bone Broth, Coconut Lime Chicken Bone Broth; Perfect Bar Refrigerated Protein Bars: Peanut Butter, Coconut Peanut Butter, Dark Chocolate Chip Peanut Butter; Good Culture Organic Cottage Cheese single serving cups: Mixed Berry.

Whole Food – Food Trends 2020 – Sojasauce ohne Sojabohnen – Bild: Whole Food Produktfoto

Sojaprodukte ohne Soja
Abstrakt lesen sich die Alternativen zu dem mutmaßlichen Trend „No Soy“:, bei dem Sojabohnen durch Getreide, Mungobohnen, Hanfsamen, Kürbis, Avocado oder durch Wassermelonenkerne ersetzt werden.
Vorne an stehen: Ocean’s Halo: Organic No Soy Soy-Free Sauce, Organic Soy-Free Vegan Fish Sauce, während vor Ort an den Take-Away-Theken „Hearts of Palm Cakes, Smoky Vegetable Goulash, Ultra Green Vegan Spanakopita; Plant Based Vega“ Einzug halten.

Das Come Back von Butter und sonstigen Aufstrichen
„Butter“ klingt immer noch vornehmer als „Margarine“. Abgesehen von der Typ-Bezeichnung fürs feine Streichfett kommen gegebenenfalls auch neue Aufstrich-Varianten zum Zug: BOMB Macadamia Nut Butter (im Spritzbeutel): Salted Chocolate; 88 Acres: Watermelon Seed Butter, Roasted Pumpkin Seed Butter; Milkadamia Butta-Bing Butta-Boom Buttery Spread:wahlweise Salted oder Unsalted.

Von wegen Kinderschokolade
Was bei Whole Food als kindgerechte Nahrungsmittel daherkommt, dürfte für den einen oder anderen Erziehungsberechtigten zum Stresstest gereichen, zumal nicht wenige der angeführten Produkte unter der Eigenmarke angeboten werden: „gimMe Organic Premium Roasted Seaweed: Sea Salt; Whole Foods Market olive bar; Happy Fish Responsibly Farmed Salmon fish-shaped frozen salmon patties; Whole Foods Market Limited Edition Lemon Basil Chia Shortbread Cookies; Serenity Kids 100% Wild Caught Coho Salmon puree pouch; Cerebelly Organic Pea Basil puree pouch; Whole Foods Market Goat Cheese Crumbles„.

Angstgegner Zucker
Der Kreuzzug gegen den Zucker ist längst noch nicht beendet. Somit auch nicht bei Whole Food, mit der Folge, den gelegentlichen Zucker-Heißhunger mit irgendwas anderem Süßen zu begegnen: „Pomegranate Syrup (Granatapfel); Lakanto Monk Fruit Sweeteners; D’vash Sweet Potato Nectar (Süsskartoffel-Nektar); Birch Benders Monk Fruit Sweetened Pancake Syrup: Classic Maple; Swerve Süßstoff“.

Whole Food – Food Trends 2020 – Fleischprodukte wahlweise mit Pilzen oder Getreide angereichert – Bild: Whole Food Produktfoto

Pflanzlich angereicherte Fleischprodukte
Klingt nach einem Zwitter-Produkt und ist als solches auch zu deuten: Burger-Patties oder Fleischbällchen, denen anteilig wahlweise Pilze oder Getreide untergejubelt werden: „Applegate’s The Great Organic Blended Burger; Lika Plus Blended Burger; Beef, quinoa, vegetable meatballs“.

Alkoholfreie Getränke
Mehr Abwechslung für Anti-Alkoholiker verspricht Whole Food sich durch: HopTea Sparkling Teas: The Really Hoppy One made with black tea, The Green Tea One made with green tea, The Calm One made with chamomile; Heineken 0.0; Athletic Brewing Company non-alcoholic brews: Run Wild non-alcoholic IPA, Upside Dawn non-alcoholic Golden Ale; Kater Wingman longneck sparkling waters.

Es besteht der Verdacht, dass die Marketing-Abteilung von Whole Food bei dem einen oder anderen mutmaßlichen Trend eigensinnige Akzente gesetzt hat, die bei klassischen Inhaber geführten Bioläden oder kulinarisch interessierten Kostgängern so nicht zu erwarten gewesen wären. Dennoch, der eine oder andere Trend oder auch die ein oder andere Produktempfehlung machen was her. Erdmandel- oder Blumenkohlmehl oder Lebensmittel aus Westafrika lassen hoffen, auch wenn „MegaFood Kurkuma-Stärke für den ganzen Körper“ allenfalls das Zeug zum Anabolika-Ersatzprodukt für die Anhängerschaft von Nahrungsergänzungsmittel hat…

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