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Nutella lohnt sich: 642 Millionen Euro Dividende für Ferrero-Clan

Das Geschäftsjahr 2018/2019 zahlte sich für Giovanni Ferrero und seine Angehörigen aus. Die in Luxemburg ansässige Holding des Konzerns Ferrero International S.A. erwirtschafte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 10.7 Milliarden Euro und erzielte einen Gewinn von 928.6 Millionen Euro sowie der Familie Ferrero eine Dividende von 642 Millionen Euro.

Der geschäftliche Erfolg sowie die Höhe der Gewinnausschüttung des Schoko-Konzerns mit Marken wie Duplo, Nutella, Kinder Schokolade oder Ferrero Rocher, fand entsprechende mediale Beachtung. So berichtete unter anderem der Nachrichtendienst Bloomberg, dass sich das Gesamtvermögen der Nachkommen des Firmengründers Pietro Ferrero auf rund 32 Milliarden US-Dollar beläuft und sich obendrein mit dem Titel der reichsten Familie Italiens schmücken darf.

Steuergutschrift dank „Verkaufskosten“
Der britische Guardian wiederum nahm sich mit Bezug auf die statthafte Dividende der Steuererklärung des Unternehmens der Ferrero Filiale in England an. Demnach beliefen sich die Verkaufserlöse der Konzerns auf der Insel auf 419 Millionen Pfund. Allerdings machte das Unternehmen „Verkaufskosten“ in Höhe von 334 Millionen Pfund, bzw. Verbindlichkeiten gegenüber der Holding mit Sitz in Luxemburg steuerlich geltend.

Schlussendlich belief sich die Steuerlast von Ferrero UK gerade einmal auf 110.000 Pfund. Damit aber nicht genug: Mittels eines ausgeklügelten Steueroptimierungskonzepts verfügt Ferrero UK sogar anlässlich über bislang noch nicht in Anspruch genommene absetzbare Verluste über eine Steuergutschrift in Höhe von 22.5 Millionen Pfund, die zu einem späteren Zeitpunkt mit eventuellen Gewinnen verrechnet werden kann.

Mitarbeiter auf Abruf
Abseits der fiskalischen Finessen und sonstigen unternehmerischen Erfolge von Ferrero, generiert das Unternehmen zudem dank seiner Beschäftigungspolitik ebenfalls einschlägige Medienberichte. So ist Ferrero S.A. laut einer Meldung des Nachrichtenportal All Africa der Ansicht, dass geltende arbeitsrechtliche Bestimmungen in Südafrika nicht auf das Unternehmen zutreffen.
In der dortigen Produktionsstätte arbeiten 257 von insgesamt 354 Beschäftigten unter den Bedingungen so genannter „Zero Hour Contracts“.

Obgleich diesen nach einer Gesetzesänderung in 2015 rechtlich ebenso wie angestellten Mitarbeitern eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden zusteht, ist Ferrero S.A. der Ansicht, diese hätten nur den Status von Teilzeitbeschäftigten, welcher es dem Unternehmen entgegen der Gesetzesregelung erlaubt, diese nur nach Bedarf einzusetzen. Hinzu kommt, dass ähnlich wie der Guardian auch All Africa berichtet, dass die südafrikanische Dependance von Ferrero dem Vernehmen nach keine Gewinne erzielt…

Text & Bild: Delinale.de

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