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Auswärts Hände waschen – Lieferando in Zeiten der Corona-Krise

„For he saw the Riders coming and he heard their mournful cry“ singt Johnny Cash in dem „Song „Ghost Riders in the Sky“. Im Gegensatz zu Lieferando.de hatte Cash zeitlebens schon immer ein Mitgefühl für die Sorgen und Nöte der arbeitenden Bevölkerung. Einem Artikel in der Frankfurter Rundschau zufolge drängt sich der Eindruck auf, dass dem Mutterkonzern von Lieferando.de, Just Eat Takeaway.com N.V., das Wohlergehen seiner Aktionäre wichtiger ist, als das der Werktätigen und Kunden des Unternehmens.

Diesen Verdacht nährt zumindest ein Bericht in der Frankfurter Rundschau. Demnach sorgen sich die „Rider“, wie sich einige der Kuriere offenbar nennen, um ihre Gesundheit, aber auch um die der Kunden des Lieferdienstes. Konkret heißt es in dem Bericht, jene ‚Rider‘ streiten sich seit Wochen mit dem Unternehmen „über die Bereitstellung von Desinfektionsmittel, Schutzkleidung und über allgemein bessere Arbeitsbedingungen.

Thermo-Rucksack des Lieferdienstes Lieferando – Bild: Delinale.de

Daraus lässt sich schließen, dass Lieferando.de, ähnlich wie Amazon, Uber und andere einschlägige Online-Buden, der Gesundheitsschutz des schnöden Fußvolks dieser Firmen nicht nur in Zeiten der Coronakrise als einen Fall von außerbetrieblichen Nebenkosten erachtet.

Geradezu bezeichnend für diese Sichtweise, lesen sich in dem Artikel die ebenfalls angeführten Hygiene-Empfehlungen für die Kuriere von Lieferando.de, wonach diese sich „in den Restaurants die Hände waschen“ sollen. Ein Hygiene-Tipp, der nachhaltig vornehmlich nur Aktionäre sowie Finanzanalysten von Just Eat Takeaway.com N.V. frohlocken lassen könnte.

Zudem berichtet das Blatt, dass das Management der Tochterfirma von Just Eat Takeaway.com N.V. anscheinend mentale Schwierigkeiten mit der Inthronisierung eines Betriebsrates hat. Laut Frankfurter Rundschau „erweist sich das Unternehmen als harter Brocken“, welches erst unlängst nach einem Gerichtsurteil eines Kölner Arbeitsgerichts die Durchführung von Betriebsratswahlen zuließ.

Für die börsennotierte Holding Just Eat Takeaway.com dürfte anstelle des Artikels in der FR ein aktueller Research Report einer Analystin der Deutschen Bank möglicherweise relevanter sein.  In diesem heißt es, das nur die Bestellungen für die Marke Just Eat im ersten Quartal „ihre jüngst revidierte Prognose um drei Prozent verfehlt“ hätten.

Bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Corona-Video-Conference-Call des Chores der Führungskräfte von Lieferando.de mit dem Top-Management des Mutterkonzerns Just Eat Takeaway.com, in Anlehnung an die Analystenschelte der Deutschen Bank,  diese zur Einstimmung aufs Meeting nicht vorab den Refrain „Ja, ja, ja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ des Evergreens „Bruttosozialprodukt“ der Band Geiersturzflug anstimmen.

Den Kunden von Lieferando.de hingegen sei empfohlen, sich vor Bestellungen bei diesem Unternehmen zuvor den Hit „Ghost Riders in the Sky“ von Johnny Cash anzuhören. „Yippie yi Ohhhhh, Yippy yi yaaaaah“…

www.fr.de

 

 

Nicht zu vergessen: „Riders on the Storm“ von The Doors samt der Textzeile des Sängers Jim Morrison „There’s a killer on the road“…

 

Text: Manfred Tari
Bild: Delinale.de

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